Energiesparen
Wo verbraucht ein Privathaushalt Energie?
Heizung
Für die Heizung wird mir Abstand die meiste Energie verbraucht. Hier ist zu beachten, dass das ganze Jahr Energie für die Warmwasserbereitung notwendig ist.
Mobilität
Durch weite Anfahrtswege zur Arbeit und zu Ausbildungsstellen, bei vielen Freizeitbeschäftigungen und auch durch Urlaubsreisen werden erhebliche Energiemengen verbraucht.
Strom
Strom ist ein hoch veredelter Energieträger. Noch immer wird nur ein relativ kleiner Teil aus regenerativen Energien erzeugt. Bei der Herstellung in konventionellen Kraftwerken kommen nur ca. 30% der Primärenergie als Nutzenergie beim Verbraucher an. Dies spiegelt sich auch im Strompreis wieder, der mit ca. 20 Cent/kWh etwa 4 mal so hoch ist wie eine kWh aus Gas oder Öl. Deshalb ist dem Stromverbrauch eine besondere Beachtung zu schenken.
Nahrungsmittel
Bei den oben dargestellten Überlegungen wird nur die Energie berücksichtigt, die direkt im Haushalt haushaltsnah verbraucht wird. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, welche Energie verschiedenen Produkte verbraucht haben, bis sie bei uns zuhause nutzbar sind. So ist z.B. klar, dass für ein Kilogramm Fleisch wesentlich mehr Energie für die Erzeugung benötigt wird wie z.B. für ein Kilogramm Brot. Margarine ist energetisch erheblich günstiger als Butter. Äpfel aus Deutschland sind günstiger als importierte Bananen oder Ananas.
Ansätze für Energieeinsparungen
Heizung
Zunächst lässt sich mit kleinen Verhaltensänderungen viel Energie und damit Geld sparen
Duschen statt Baden, Dusche abstellen beim Einseifen, nur so lange Duschen, bis man sauber ist
Warmwasser nur nutzen, wenn es auch gebraucht wird (z.B. geht Händewaschen immer mit kaltem Wasser )
Nur die Zimmer heizen, die auch genutzt werden
Zimmer nur so stark heizen, wie notwendig
automatische Nachtabsenkung nutzen (Heizung nicht komplett ausdrehen)
Thermostatventile nutzen (so einstellen, dass "Wohlfühltemperatur" automatisch hergestellt wird)
jährliche Wartung der Heizung
Richtig lüften (Fenster nicht kippen sondern mehrmals täglich eine kurze Stoßlüftung machen). In einem modernen Haus entstehen ca. 50% der Heizenergieverluste über die Außenhaut des Gebäudes, 50% entstehen als Lüftungswärmeverluste.
Technische Lösungen, die beim Energiesparen helfen und nicht unbedingt viel kosten
Heizungspumpe auf unbedingt notwendige Leistung einstellen (ein Handgriff)
Heizungsrohre ausreichend dämmen
Gebäude sanieren (lohnt sich insbesondere, wenn ohnehin eine "Schönheitssanierung" ansteht)
Verbesserung der Dämmung der Dachfläche oder oberste Geschoßdecke
Erneuerung der Fenster und der Haustür
Fassadendämmung
Austausch der Heizungsanlage
Einbau einer thermischen Solaranlage
Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Weil die Stromerzeugung sehr aufwändig ist, sind Elektroheizungen weder wirtschaftlich noch ökologisch.
Wenn ein Gasanschluss vorhanden, aber keine Versorgung mit Nahwärme möglich ist, kann ein Gas-Brennwertkessel für Ein- bis Zweifamilienhäuser eine sehr günstige Alternative sein.
Eine gute Alternative zur Befeuerung mit fossilen Energieträgern ist eine Holzpelletheizung, die schon in Einfamilienhäusern kostengünstig und weitgehend vollautomatisch betrieben werden kann.
Aber auch eine Scheitholzheizungsanlage kann in Verbindung mit einem entsprechenden Pufferspeicher eine Investition wert sein. Hier ist allerdings eine kontinuierliche Betreuung der Anlage erforderlich (Holz beischaffen, Feuer machen, Asche entfernen).
Bei Gebäuden, die einen hohen Wärmebedarf haben, z.B . Mehrfamilienhäuser, Schulen, Sporthallen, Hotels... ist häufig ein Blockheizkraftwerk (Kraft-Wärme-Kopplung) empfehlenswert.
Solarthermische Anlagen sollten heute in jedem Haus Standard sein für die Brauchwassererwärmung, aber auch zur Heizungsunterstützung.
Der Anschluss an ein Nahwärmenetz ist die erste Wahl. Leider gibt es so etwas bisher in Hainburg nicht. Keimzellen könnten die großen Gebäude der Baugenossenschaften sein, in die kleine Blockheizkraftwerke eingebaut werden. Oder auch eine zentrale Heizungsanlage mit Blockheizkraftwerk im Neubaugebiet Löschem. Hier ließe sich das Nahwärmenetz besonders wirtschaftlich realisieren.
Mobilität
Arbeitsstelle in Wohnortnähe suchen
Mit dem Fahrrad zur Arbeit/Schule fahren
Busse und Bahnen nutzen
Urlaub in Deutschland machen und mit der Bahn zum Urlaubsort fahren
Politiker und Entscheider in den Firmen motivieren, eine intelligentere Infrastrukturpolitik zu machen (Wieso gibt es in Hainburg so wenige Arbeitsplätze und in Eschborn so viele? Wieso müssen so viele Menschen jeden Tag nach Frankfurt fahren?)
Stromverbrauch
Kühl- und Gefriergeräte verursachen zusammen ca. 20% des Stromverbrauchs eines Haushalts. Stellen Sie diese Geräte nie neben Wärmequellen (Heizung/Herd) auf. Die Kühltruhe stellt man am besten gleich in den Keller oder in einen kühlen Raum auf. Pro Grad Raumtemperatur braucht ein Kühlgerät rund 4% mehr Strom. Halten Sie Ordnung im Gerät, so dass Sie es immer nur kurz zu öffnen brauchen. Achten Sie darauf, dass die Türen richtig schließen und verhindern Sie, dass Gefriergeräte zu sehr vereisen, indem Sie das Gefriergut luftdicht und äußerlich trocken verpacken. Bei Gefriergeräten verzögert das Auswischen mit Glyzerin den Reifansatz. Rechtzeitiges Abtauen erspart dem Gefrierschrank überflüssige Arbeit und Ihnen bares Geld. Lüftungsgitter freihalten, damit die Luft frei zirkulieren kann. Keine heißen Speisen in den Kühlschrank. Während der Urlaubsreise kann der Kühlschrank auch sicher lehr gemacht und abgeschaltet werden.
Elektrische Geräte so oft es geht ausschalten. Licht ausschalten.
Computer, Fernseher, Stereoanlagen usw. über Steckerleiste mit einem An- und Ausschalter anschließen und nach Gebrauch komplett ausschalten. Dies vermeidet den Energieverbrauch im Standby-Modus.
Energiesparlampen anschaffen. Die verbrauchen nur ein Fünftel des Stroms, den eine herkömmliche Glühbirne braucht. Bei der klassischen Glühbirnen verpufft fast die ganze Energie als Wärme. Achten Sie auf die Farbe des Lichts. Die richtige Lampe und Birne für den Einsatzort sorgt für eine gute Beleuchtung.
Nur Geräte anschaffen, die eine hohe Energieeffizienz haben und dem Stand der Technik entsprechen (entsprechende Label beachten).
Beim Kochen passendes Geschirr zur Herdplatte nutzen, die Restwärme nutzen, Deckel zu machen usw.
Den Backofen vorheizen können Sie in den meisten Fällen getrost vergessen. Kleine Sachen kann man besser auf dem Toaster aufbacken. Die meisten Backöfen haben heute ein Sichtfenster. So können Sie den Backvorgang von außen begutachten ohne die Ofentüre zu öffnen, das Backwerk zu verschrecken und sich selbst die Finger zu verbrennen.
Sparsam mit der Wäsche umgehen. Oft genügt es, wenn man ein Wäschestück mal lüftet. Nicht alles muss gleich in die Waschmaschine. mit möglichst niedriger Temperatur waschen. Bei den modernen Waschmitteln ist Kochwäsche kaum noch erforderlich. Leicht verschmutzte Wäsche genügt fasst immer 30Grad. Wenn Sie Ihr Warmwasser mit Sonnenenergie erzeugen, sollten Sie prüfen, ob sich Ihre Maschine an die Warmwasserleitung anschließen lässt. So ersparen Sie ihr viel Energie für das Aufheizen des Wassers.
Nur Wäsche bügeln, die auch gebügelt werden muss
möglichst auf Wäschetrockner verzichten
Zum Wasserkochen eignet sich am Besten ein Wasserkocher, weil er direkt und ohne Umwege das Wasser erhitzt. Auf dem Elektroherd dauert das Wasserkochen deutlich länger und der Strombedarf ist bis zu 50% höher.
Ein kleinerer Fernseher verbraucht im Allgemeinen meist deutlich weniger Strom als ein größerer. Überlegen Sie also beim Kauf eines Fernsehers, welche Größe Sie wirklich benötigen. Ein neuer Plasma-Fernseher verbraucht in der Regel mehr Strom als ein vergleichbar großer LCD-Fernseher. Fragen Sie beim Einkauf gezielt nach dem Stromverbrauch. Bei Fernsehgeräten gibt es derzeit leider noch keine Kennzeichnungspflicht für den Stromverbrauch. Lassen Sie sich den Stromverbrauch im Standby- und Normalbetrieb nennen. Achten Sie auch auf den Verbrauch evtl. Zusatzgeräte (Lautsprecher, Receiver etc.). Auf jeden Fall gilt: Nachfragen lohnt sich – die Verbrauchsunterschiede sind erheblich
Lebensmittel
- Beim Einkaufen lässt sich jede Menge CO2 sparen. Wer Produkte kauft, die Saison haben und aus der Region kommen, ist ein Feinschmecker und Umweltfreund. Obst und Gemüse, das aus der näheren Umgebung kommt, ist frischer, weil es keine langen Transportwege hinter sich hat. Schmeckt besser und spart jede Menge CO2, das beim Transport von Äpfeln aus Spanien und Erdbeeren aus Italien in die Luft geblasen wird.
Papier und Verpackungen brauchen viel Energie und Rohstoffe, zuerst in der Herstellung und dann in der Entsorgung. Also gilt: Vermeiden, wo es geht. Verpackungen, die gar nicht zu vermeiden sind, sollten getrennt in den Müll wandern. So können diese wieder verwertet werden. Das Recyceln einer Aluminiumdose spart 90 Prozent der Energie, die benötigt wird, um eine neue zu produzieren. Noch besser: Benutze Mehrwegflaschen. Sie werden gereinigt und wieder verwendet.
Lieber mal auf Fleisch und Wurst verzichten und stattdessen vegetarisch essen. Tierische Lebensmittel verbrauchen viel mehr Energie bei der Herstellung als Obst und Gemüse. Kühe sind Wiederkäuer und belasten die Atmosphäre durch ihre Verdauung mit dem klimaschädlichen Gas Methan. Aber auch die Herstellung der Futtermittel für Schwein, Rind und Co verbraucht viel Energie. Deshalb öfter mal auf Fleisch verzichten und sich den guten Sonntagsbraten umso besser schmecken lassen.