Klausur der Grünen in Wolfhagen
Die diesjährige Klausur führte die Hainburger Grünen in die Stadt Wolfhagen. Mit ca. 14.000 Einwohnern ist die Stadt etwa genauso groß wie Hainburg, allerdings besteht die Stadt aus 12 Stadtteilen.
Besonderes Interesse der Grünen fanden die Stadtwerke, die auch das örtliche Stromnetz betreiben und als Stromanbieter am Markt aktiv sind. Das Dienstleistungsunternehmen, das sich zu einhundert Prozent im Besitz der Stadt Wolfhagen befindet, fühlen sich den Bürgern und Kunden auf besondere Weise verbunden. Es setzt seine Kraft dafür ein, sie stets sicher und zuverlässig mit Energie und Wasser zu versorgen. Kompetente und persönliche Beratung und Hilfestellung durch die Mitarbeiter stehen im Zentrum der Serviceleistung. Ein besonderes Anliegen ist es, die Menschen in Wolfhagen für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren und Sie durch passende Angebote aktiv beim Einsparen von Energie zu unterstützen.
Im Jahr 2003 hat der Stadtrat beschlossen, das Stromnetz von der e.on zurück zu kaufen. Im Jahr 2006 konnte die Netzübernahme erfolgen und ist für die Stadt eine Erfolgsstory. Bisher hatte die Stadt ca. 500.000 bis 600.000€ an Konzessionsabgaben einnehmen können. In den letzten Jahren haben die Stadtwerke einen Gewinn von 700.000€ bis 1.000.000€ erwirtschaftet. Gleichzeitig konnten die Netzentgelte gesenkt werden, sodass es sogar gelungen ist, eine große Firma in die Stadt zu holen. Damit wurden Arbeitsplätze in der Stadt geschaffen und auch die Einnahmen bei den Gewerbesteuern sprudeln besser.
Die Stadtwerke sind ein Motor für die Energiewende, sind der Zugang zur Realisierung einer eigenen lokalen bürgernahen Energiepolitik, sichern im Ort Arbeitsplätze und sind ein Garant für eine sichere nachhaltige Stromversorgung.
Im Jahr 2008 haben die Stadtverordneten beschlossen, dass die Stromversorgung auf 100% erneuerbare Energien umgestellt werden soll. Die Stadtwerke stellen dies derzeit durch den Zukauf von Strom sicher, der in Österreich mit Wasserkraft erzeugt werden. Die örtlichen Landwirte in Wolfhagen haben bereits eine Biomassestudie erstellen lassen, in der untersucht wurde, ob die Nutzung von Biomasse und biologische Reststoffen wirtschaftlich erfolgen kann. Die Stadtwerke haben bereits entschieden, 5 Windkraftanlagen aufzubauen. Die Investition soll mit Bürgerbeteiligung erfolgen. In der Region hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die uns ihre Argumente gegen die Windkraftanlagen an den ausgewählten Standorten vorgetragen hat. Vor Ort konnten wir uns ein Bild von den Einwänden machen. Die Bürgerinitiative unterstützt grundsätzlich die Stromerzeugung aus Windkraft, sie fordert lediglich einen anderen Standort für die Windkraftanlagen.
Die Stadtwerke sind auch verantwortlich für den betrieb der Straßenbeleuchtung. Wir konnten uns ein Bild von verschiedenen mit LED betriebenen Straßenlampen machen. Lampen mit 22 Watt sind in der Lage, eine konventionelle Natrium-Dampflampe mit 100Watt zu ersetzen. Außerdem sind die LED-Lampen dimmbar. LED-Lampen haben eine Lebenserwartung von größer 10 Jahren, währen die konventionellen Quecksilber- oder Natriumdampflampen bereits nach 2-3 Jahren ausgetauscht werden müssten, weil deren Leistung stark nachlässt. Bereits jetzt amortisieren sich dadurch die Investitionskosten innerhalb weniger Jahre.
Vor jeder Maßnahme ist ein Konzept für dessen Umsetzung erforderlich. Die Stadtwerke haben deshalb ein Beleuchtungskataster angelegt, mit dem sie in der Lage sind, sukzessive die angestrebten Energieeinsparungen umzusetzen.
Wir konnten lernen, dass andere Städte und Gemeinden bzgl. der Nutzung von erneuerbaren Energien und auch bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz deutlich weiter sind als Hainburg. Leider wurde unser Antrag, ein Energiekonzept zur Nutzung der erneuerbaren Energien in Hainburg zu entwickeln, in der Gemeindevertretung am 29.08.2011 von der CDU, SPD, BFH und FDP abgelehnt.